„Die Kleidungsstücke, die Maritza Studart in der Fotoserie „princesa“ zeigt, sind ausnahmslos Geschenke, ausgewählt von Verwandten, Freunden, Bekannten, den Großeltern: Textile Gewebe aus Projektionen, Wünschen und Erwartungen an die Beschenkte, die Tochter der Künstlerin.

Im Gestus einer Inventarisierung ist jedes einzelne Kleid aus den Schrankarchiven geholt und vor schwarzem Hintergrund in Szene gesetzt. Die Aufnahmen erinnern an die Bildinventare ethnologischer Sammlungen, deren abfotografierte Bekleidung indigener Völker Bilder des „Fremden“, eine Alterität erzeugen, gegen die sich die Identität der Betrachter vermeintlich formulieren läßt. Kleidung als stetes Versprechen und Suche nach Individuation.“

Neli Wagner, Kunsthistorikerin